Historisch-Archäologische Gesellschaft
Frankfurt am Main e.V.
Verein für das Historische Museum und das Archäologische Museum

Vereinsgeschichte

Im Jahr 1877 gründeten Frankfurter Bürger den „Verein für das Historische Museum“, der als Gründungs–und Förderverein dafür sorgen sollte, dass in dem preußisch regierten Frankfurt ein „Centralpunkt für Kunstsachen und Altertümer aus Frankfurts Vorzeit“ entstehen konnte. Der Verein begleitete das Historische Museum durch die wechselvollen Jahre des 20. Jahrhunderts. Später weitete er seinen Förderauftrag auch auf das Archäologische Museum aus, das 1937 aus dem Historischen Museum ausgegliedert worden war. Seit 1985 heißt unser Verein „Historisch-Archäologische Gesellschaft“ (HAG). Mit der Gründung der „Freunde und Förderer des Historischen Museums Frankfurt“ 2009 verfügt die HAG inzwischen über eine Sektion, die sich speziellen Fragen des Historischen Museums Frankfurt widmet.

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In der Folge des Wiener Kongresses mutierte Frankfurt am Main mit dem Sitz des Bundestages (1816) und der Nationalversammlung in der Paulskirche (1848) zum politischen Zentrum Deutschlands. „Einerseits in der Erinnerung vergangener Größe, andererseits in der Betonung des historischen Eigensinns der alten Freien und Reichsstadt gegen den Anschluss Preußens (1866) lagen daher die prägenden Motive für das bürgerschaftliche Engagement seit den 1860iger Jahren.“ (Prof. Dr. Werner Plumpe in seinem Festvortrag anlässlich unserer 125 Jahrfeier 2002.) Aus diesem Geist heraus waren es Frankfurter Bürger, die 1877 den „Verein für das Historische Museum“ ins Leben riefen mit dem Ziel, in ihrer Stadt ein Historisches Museum zu gründen. Im Gründungsaufruf des Vereins hieß es, dass man mit dem Museum einen „Centralpunkt“ schaffen wolle, an dem „Kunstsachen und Altertümer aus Frankfurts Vorzeit zu einem schönen Ganzen“ vereint werden könnten. Der Obrigkeit traute man dabei nicht zu, eine derartige Aufgabe bewältigen zu können. „Eine dahin zielende Tätigkeit ist entschieden etwas dem Wesen einer Behörde völlig Fremdes“. So waren es also die bürgerlichen Gründungsväter unseres Vereins, die die Regie beim Aufbau dieses Museum selbst übernahmen.

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Die erste Mitgliederversammlung fand am 28. Februar 1877 statt. Etwa ein Jahr später, am 13. Juni 1878, wurde das Historische Museum im neuen Archivgebäude neben dem Leinwandhaus – welches später selbst als Hauptgebäude diente – eingeweiht. Hier fand auch der Verein sein Domizil; noch heute haben wir unsere Geschäftsstelle im Historischen Museum Frankfurt.

Die ersten 25 Jahre waren vor allem auf Ankäufe und Schenkungen für das Historische Museum gerichtet, für das der Verein schon vor dessen Gründung Gegenstände erworben hatte. Die Sammlungen des Museums wurden um Judaica und Objekte aus der Vor–und Frühgeschichte erweitert. Man beteiligte sich an Ausgrabungen oder führte sie selbst durch, setzte sich für den Erhalt baulicher Altertümer in der Stadt ein und erweiterte die Sammler–und Fördertätigkeit nicht mehr nur auf Objekte aus Frankfurt selbst.

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Das 20. Jahrhundert war gekennzeichnet vom verstärkten Streben nach Wissenschaftlichkeit; der Charakter des Historischen Museums als Universalmuseum, zu dem der Verein so viel beigetragen hatte, blieb aber erhalten. 1910 erwarb man zusätzlich zu den bisherigen Beständen an Höchster Manufakturporzellan die bedeutende Sammlung Oppenheim. Auch später gelang es immer wieder, wichtige Gegenstände für das Museum zu erwerben, wie 1931 das stattliche und zeithistorisch so bedeutsame große Gemälde „Das Mainufer am Fahrtor“ von F.W.Hirth 1757. Seit 1913 wurde der Verein nach dem neuen BGB als eingetragener Verein geführt. Er erweiterte seine Tätigkeit auf Vorträge, Exkursionen und Sonderkurse für Mitglieder und andere Interessierte.

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1937 wurden die vor- und frühgeschichtlichen Sammlungen des Historischen Museums ausgegliedert in ein neues, eigenständiges „Museum für Vor- und Frühgeschichte“, dem heutigen Archäologischen Museum. Auf diese nachhaltige Zäsur konnte sich unser Verein kriegsbedingt nicht mehr einstellen.

Die letzte Mitgliederversammlung war 1943. Die erste nach dem Krieg fand 1948 mit 10 Anwesenden statt. Der eigentliche Wiederaufbau begann im Jahr 1954 mit Dr. Carlo Berg als 1. Vorsitzenden. In die erneuerte Satzung wurden nun beide Museen aufgenommen. Der Verein konnte ein Vielzahl von Gemälden und Höchster Porzellanen sowie etliche antike Gegenstände erwerben. Dank eines reichhaltigen Veranstaltungsprogramms wurde für viele neue Bürger die Mitgliedschaft attraktiv.

1985 wurde auch die längst fällige Namensänderung in „Historisch-Archäologische Gesellschaft Frankfurt am Main, Verein für das Historische Museum und das Museum für Vor-und Frühgeschichte“ vollzogen. Nach dieser durch Dr. Carlo Berg bis 1987 geprägten Aufbauphase konnte Dr. Edith Welker als 1. Vorsitzende ab 1992 unsere Gesellschaft entscheidend konsolidieren.

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Eine der größten Erfolge war die Einrichtung eines Porzellan-Museums im Kronberger Haus in Höchst, in dem das Historische Museum seine Bestände an Höchster Porzellan zusammenfasste. Außerdem konnte unsere Gesellschaft mit der überaus wertvollen Porzellansammlung „Kurt Bechtold“ zu einer weiteren Aufwertung der Bestände dieser Dependance beitragen.

Mit unserer finanziellen Unterstützung konnte das Historische Museum die Sanierung der Grabmäler des alten Peterskirchhofs in der Frankfurter Innenstadt ab 1999 in Angriff nehmen. Bedeutende Publikationen unserer Gesellschaft kamen den Museen zugute. Im Archäologischen Museum ermöglichten wir u.a. die Kunstausstellung „Steinwelten“.

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2004 verstarb Dr. Edith Welker. Mit einem neu zusammengesetzten Verwaltungsausschuss und mit Frau Dr. Irmgard Burggraf als 1. Vorsitzenden wurde 2005 eine neue Phase in der wechselvollen Geschichte unserer Gesellschaft eingeleitet. 2009 fällt die Entscheidung, beiden Museen die Gründung eigener Freundeskreise als Sektionen der Historisch-Archäologische Gesellschaft zu ermöglichen. In der Folge wurden die Freunde und Förderer des Historischen Museums Frankfurt ins Leben gerufen. 2010 konnten wir mit einem erfolgreichen Spendenaufruf an die Mitglieder die aufwendige Patenschaft für das Morgenstern’sche Kabinett im neuen Sammler und Stifter Museum des Historischen Museums Frankfurt übernehmen.

Festvortrag von Prof. Dr.Werner Plumpe
anlässlich unserer 125-Jahrfeier > PDF

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